Alt Herren

Die Alt Herren des Seeclubs Stäfa sind eine Gönnervereinigung verdienter Seeclübler, die den Club finanziell aber auch mit Rat und Tat kräftig unterstützen. So wie man sich einen richtig guten Götti vorstellt.

Alt Herren – maskulines Privileg oder Status Symbol

Früher oder später muss ein Regatta- oder Breitensportruderer akzeptieren, dass es ihm aus verschiedensten Gründen nicht mehr möglich ist, den oft über viele Jahre ausgeübten Rudersport weiterhin zu betreiben. Daraus resultieren oft nebst dem Verlust einer liebgewordenen sportlichen Tätigkeit auch Verlust jahrelanger Boots- und Clubkameradschaften; für die Betroffenen eine tiefgreifende Zäsur. Daraus folgerte zumeist der Rückzug in die private Anonymität und nicht selten der Austritt aus dem SCS.

 

 

Am 6. Mai 1965 wurde diesem Zustand durch eine wackere Handvoll Mannen ein Riegel geschoben. Die AH wurden initiiert und kurzentschlossen aus der Taufe gehoben unter dem Titel einer Gönnergemeinschaft zugunsten des Seeclubs, wobei aber auch der Geselligkeit, Kameradschaft und Kontaktmöglichkeiten grossen Stellenwert eingeräumt wurde. Die seinerzeitige Namensfindung AH (Alt Herr) durch die Gründerversammlung hat ihren Ursprung in der bis heute gültigen akademischen Hierarchie, und geniesst daselbst, egal welchen Alters, in allen Studentenverbindungen oberste Rangstufe. Sie hat jedenfalls mit Greis, Grufti oder dergleichen mehr überhaupt nichts zu tun.
Waren es bei der Gründung noch kaum 20, so sind es heute erfreulicherweise um die 70 Kameraden, bestehen aus Mitglieder zwischen 28 und über 80 Jahren.

 

 

Der Ertrag des bescheidenen Jahresbeitrages, der nie erhöht wurde, erlaubt es, den Seeclub fast jedes Jahr bei der Anschaffung von Bootsmaterial und dergleichen quasi als Götti tatkräftig finanziell zu unterstützen. Dies bedingt einen engen Kontakt zwischen AH und dem Seeclub, zum Teil wahrgenommen durch die Präsenz des AH-Obmanns bei allen Seeclub-Vorstandssitzungen. Die Vorsteherschaft der AH ist unkompliziert; Obmann und Sekretär werden je für ein Jahr bestimmt.

 

 

Zwei Versammlungen finden im Frühjahr und die gesellschaftlich wichtigste im Herbst mit dem traditionellen gespendeten Schinkenbankett statt. Daneben wird jeweils ein Ganztagesausflug mit Damen, ein Herbstausflug und zum Abschluss des Jahres der Altjahres-Waggel in der näheren Umgebung durchgeführt. Dass man sich auch sonst gerne und viel nach Belieben trifft, sei es am Montagmorgen-Kaffeestamm, am Donnerstagabend im Bootshaus, oder für die Unentwegten am Montagmorgen bei sehr geschätzten Unterhalt- und Arbeitseinsatz im Bootshaus und dem Clubareal, sei nur am Rande vermerkt.

 

 

Die AH haben sich zu einer ganz erfreulichen Institution des Seeclubs gemausert, die nicht mehr wegzudenken ist. Ab 28 darf man dabei sein; auch ehemalige Seeclübler dürfen den Weg zu den AH zurückfinden, ohne wiederum Mitglied des SCS werden zu müssen. Die Erfahrung aus Jahrzehnten hat gezeigt, dass der AH erfreulicherweise bei den Alt Herren bleibt, denn sie sind weit mehr als nur ein Verein im Club. Man darf sie wohl ohne Vermessenheit als eine Art Bruderschaft bezeichnen